Hamburg, Photovoltaik, Solarthermie
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Klimaschutz der GS Blankenese im Jahr 2009: Rechenschaftsbericht

CO2-Reduktionsziel nur knapp verfehlt – harter Winter lässt CO2-Emission ansteigen

Die Verbrauchsergebnisse der GS Blankenese in 2009 in den Bereichen „Elektro“ und „Heizung“ zeigen, dass wir unser CO2-Reduktionsziel von 332,6 t knapp verfehlt haben: wir liegen 0,6 t über dem Sollwert (Grafik-I). Das Ergebnis ist vor allem deshalb dramatisch, weil wir gleichzeitig einen erheblichen Anstieg der CO2-Emission von rund 23 t gegenüber 2008 registrieren müssen.

Hier unsere Erklärungsansätze:

Verbrauchssteigerungen ergeben sich im Heizungs-, nicht dagegen im Elektrobereich (s. Grafik-II und Grafik-III1).

Der frühe Einbruch des Winters führte zu stark erhöhten Verbrauchswerten ab Dezember 2008 gegenüber den Vormonaten.

Die automatische Steuerung der Heizung in der neuen Sporthalle ist Mitte Dezember 2008 ausgefallen. Die Folge: Es wird entweder gar nicht oder unter Volllast geheizt. Aus praktischen Erwägungen ist klar, dass die Heizung während der extremen Kälteperiode laufen musste. Bis heute (Ende Febr. 2009) ist die Heizung nicht repariert, denn keine Behörde sieht sich bislang in der Lage oder ist willens, die Kosten der Reparatur zu tragen.

Der Mehrverbrauch in 2009 gegenüber 2008 liegt offensichtlich nicht an einem veränderten oder „achtlosen“ Nutzerverhalten der GS Blankenese.

Trotz der misslichen Umstände bewegen wir uns noch immer in der Nähe des Minderungspfades.

Prognose für 2010

Für 2010 befürchten wir einen noch höheren Gasverbrauch als ins 2009. Das liegt zum einen an dem langen und sehr kalten Winter, zum anderen an dem nach wie vor unbehobenen Schaden an der Heizungssteuerung in der neuen Sporthalle.

In 2010 wird es also vorrangig darum gehen, diesen Mehrbedarf durch geeignete Maßnahmen zu kompensieren. Das kann nicht allein durch den Einsatz von Erneuerbaren Energien (EE) gelingen, zumal wir über die Kompensation hinaus die jährliche Reduktionsquote von rund 6 t CO2 erreichen wollen. Auch wird die geplante Sanierung der alten Sporthalle in 2010 noch nicht abgeschlossen sein, so dringlich sie ist: Nach den Messungen des Physik/Technik-Kurses Jahrgang 11 verbraucht die alte Halle etwa die dreifache Gasmenge wie die neue Sporthalle (im Normalbetrieb).

Durch den Betrieb der Schule haben wir eine CO2-Emission von 272 kg pro Kopf. Das ist ein gegenüber anderen Schulen sehr geringer Wert (in 1995 betrug die CO2-Emission an unserer Schule pro Kopf noch 431 kg pro Kopf, also fast eine halbe Tonne). Man kann die Minderung der CO2-Emission pro Kopf auf 60 Prozent aber durchaus auch als Index für die steigende Personenzahl pro Flächeneinheit lesen: Wir platzen quasi aus allen Nähten!

Drei Viertel unserer CO2-Emissionen gehen zu Lasten des Gasverbrauchs in den Heizsystemen, nur 25 Prozent wird durch die Nutzung elektrischer Energie verursacht. Der Verbrauch elektrischer Energie ist – trotz weiterer Technisierung der Schule (Küchen, Computer etc.) – seit 2004 relativ konstant. Durch den Einsatz von mittlerweile drei Photovoltaikanlagen mindern wir zwar nicht unseren Verbrauch, substituieren jedoch – wenn auch im geringen Umfang – CO2-trächtige Energieproduktion durch annähernd CO2-freie. Immerhin produzieren wir mittlerweile 6,4 Prozent (= 12374 kWh) unseres elektrischen Energiebedarfs durch Umwandlung der Sonnenenergie. Das ist vor allem auf die dritte PV-Anlage zurückzuführen, die in 2009 ans Netz gegangen ist.

Ausblick: Großes Reduktionspotential in den Heizsystemen

Der hohe Anteil der Heizung an den CO2-Emissionen verweist auf das hohe Reduktionspotential, das es in diesem Sektor gibt. Die alte Sporthalle, die gegenwärtig vom Physik/Technik-Kurses Jahrgang 11 untersucht wird, verbraucht etwa – hochgerechnet – mehr als 15 Prozent des gesamten Heizungsbedarfs der Schule! Die Heizung diese Halle emittiert im Jahr knapp 40 t CO2. Falls es uns gelingt, diese Halle klimaneutral zu sanieren, was der Anspruch des jetzigen Physik/Technik-Kurses Jahrgang 11 ist und was der Anspruch des zukünftigen Oberstufenprofils „Moderne Bautechnik“ sein wird, werden diese 40 t CO2 eingespart werden können. Das wiederum entspräche dem Reduktionsvolumen von rund sechs Jahren des Klimaschutzplans! Insgesamt erscheint das Themenfeld „Gebäudehülle und Heiztechnik“ so wichtig, dass wir ernsthaft überlegen sollten, der Wärmelehre in unserem Physiklehrplan sehr viel mehr Platz einzuräumen als das derzeit der Fall ist.

Durch unsere sechs Solaranlagen reduzieren wir unsere CO2-Emissionen um rund 15 t jährlich. Das sind 4,13 Prozent unserer gesamten CO2-Emissionen. Auf unseren Dächern bzw. in unseren Hausfassaden befinden sich drei solarelektrische und drei solarthermische Anlagen. Im Elektrobereich beträgt der Reduktionsanteil bereits 6,4 Prozent, im Heizungsbereich demgegenüber nur 3,5 Prozent. Das mag gering erscheinen, ist aber eher ein Hinweis auf die enormen Gasmengen, die wir nach wie vor verbrennen. Wir verfügen über umfangreiches Datenmaterial von unseren sechs Solaranlagen, das wir natürlich jederzeit zur Verfügung stellen können.

Untersuchung „Klimawandel/Klimaschutz, Energieeffizienz, Regenerative Energien im Unterricht“ in den Jahrgängen 5 bis 13

Die Auswertung des Unterrichts im Themenfeld „Klimawandel/Klimaschutz, Energieeffizienz, Regenerative Energien im Unterricht“ zeigt, dass wir mit diesem Unterricht 465 Schüler erreichen (s. Grafik-IV). Das sind immerhin 38 Prozent der Schülerschaft. 20 Klassen bzw. Kurse haben auf den Fragebogen geantwortet, vermutlich liegt der wahre Anteil noch höher, weil einige Klassen bzw. Kurse nicht geantwortet haben. Eine starke Beteiligung zeigt der Fachbereich „Geographie“, dann natürlich die Physik bzw. die Profilklassen, die im Kern dieses Fach besitzen. Aber auch der Fachbereich Gesellschaft/PGW ist stark vertreten. Insgesamt – so zeigt diese Untersuchung – wird das genannte Themenfeld weitaus stärker bearbeitet als allgemein vermutet.

Die Grafik nennt Thema, Klasse/Kurs und den Namen des jeweiligen Lehrers bzw. der Lehrerin. Das soll die Kommunikation untereinander fördern. Die Untersuchung ist bewusst eine rein quantitative, sie fällt wohlweislich keine qualitativen Urteile. Wir gehen von der Annahme aus, dass die Aussagen „Je länger ein(e) Schüler/in in einem Themenfeld unterrichtet wird, desto höher ist der Kenntnisstand“ und „Je mehr Schüler einer Schule in einem Themenfeld unterrichtet werden, desto höher ist der Kenntnisstand der gesamten Schülerschaft“ im Mittel wahr sind.

In Kürze werden wir einen Vorschlag für den Maßnahmekatalog 2010 vorlegen.

Clemens Krühler
Stand Februar 2010

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