10 Pumpen, International, Nicaragua

Damaso Dugley Silva

“Una gran bendición para la familia”

„Ein großer Segen für die ganze Familie“, so bringt es der Landwirt Damaso Dugley Silva auf eine prägnante Form. Er meint natürlich das sprudelnde Wasser, das aus einer Tiefe von 31 Metern zu seiner Familie und zu seinen Obstbäumen und Gemüsepflanzen kommt – ausschließlich durch die Kraft der Sonne. Ein bißchen moderne Technik gehört auch noch dazu:

Im April 2016 inspizierte eine Kommission, bestehend aus Mitgliedern der IHK und der Solarwerkstatt, die landwirtschaftlichen Produktionsstätten aller 10 Familien, so auch die Finca der Familie von Damaso Dugley Silva (2. von rechts) deren Anbaufläche zum großen Teil aus Obstbäumen besteht. Rechts neben Damaso steht in dem schattigen Obsthain Professor Tito Antón Anador.

Ein Solargenerator (950 Watt) treibt eine Grundfos-Pumpe an, die ins Grundwasser eintaucht und das Wasser an die Erdoberfläche hebt – 2,6m³ pro Stunde, 18m³ Tag für Tag. Vorbei sind die Trockenzeiten, die das Land ausdörren ließen, zumindest auf seiner 3,5 Manzana großen Anbaufläche, die eine immergrüne Insel sein wird (1 Manzana = 0,7 ha). Damaso und seine Familie bauen schon seit Jahren Obstbäume an: Orangen, Zitronen, Mango und Jocote, ein bis zu 25 m hoher Laubbaum, der eine rote Steinfrucht trägt, die reich an Vitamin C ist. Die Familie will den Obsthain auf 70% erweitern und auf die restlichen 30% der Anbaufläche hochwertiges Gemüse anbauen: Ayote (eine Kürbisfrucht), Chili und Auberginen.

Damasos Familie besteht aus fünf Personen, die jüngste Tochter ist 17 Jahre alt und geht noch zur Schule. Sie will ihr Abitur machen und dann Ärztin werden. Dafür ist sie auf die Unterstützung der Familie angewiesen.

Vorbereitung des Sicherungsseils an der Grundfospumpe

Vorbereitung des Sicherungsseils an der Grundfospumpe

Die Finca braucht noch keine fremden Mitarbeiter, die Familie ist aktiv in die Arbeit auf der Finca mit einbezogen. Damoso schätzt, dass er die Produktivität durch das System um 80% stiegern kann. Die Familie hat die Hoffnung, dass die Lebensbedingungen durch die Erträge der Feldbewässerung verbessert werden. Als erstes will sie den Lehmboden des Wohnhauses durch einen Steinboden ersetzen.

Nachtrag

Der Sohn von Damaso wird in den Brunnen herab gelassen

Und dann geschah das Unerwartete auf unserer Reise im Februar 2017: Damaso rief uns an und sagte: „Ich habe kein Wasser, die Pumpe steht.“ Sofort fuhren wir hin und wir sahen, dass Damasos Sohn schon in den 31 m tiefen Brunnen hinabgelassen wurde. Damaso war außer sich. Er schimpfte über die Großbauern, die rings um seine Finca mit 25 kW-Pumpen 20 Stunden am Tag die Felder bewässerten. Damaso befürchtete, dass das zu einer Grundwasserabsenkung führte. Er sollte Recht behalten. Tags drauf kam Hilfe. Damaso hatte ein paar Bauern zusammengetrommelt, die der Reihe nach in den Brunnen stiegen und ihn auf 2 Meter vertieften. Es dauerte 1,5 Tage. Der Brunnen erholte sich und lieferte wieder Wasser. Bis Ende März war die Aktion erfolgreich, aber uns beschlichen Zweifel, ob das die endgültige Lösung sei..