10 Pumpen, International, Nicaragua

Genaro Marcial Reyes

Der Mann mit dem gelben Helm ist Valentino, der Mann ohne Kopfbedeckung (rechts) ist Genaro. Die beiden sind die „Techniker der Gruppe“.

„Dieser Wald sollte ein Naturschutzgebiet sein – als Erbe für meine Enkelkinder!“

Genaro lebt mit seiner Familie in der Ortschaft Las Parcelas nahe La Ceiba. Die Familie, die mit ihm auf der Finca wohnt, besteht aus zehn Mitgliedern: seiner Frau, zwei Töchtern, zwei Schwiegersöhnen und vier Enkelkindern. Alle bearbeiten das Land. Die Finca hat 8 Manzanas Land (1 Mz = 0,7 Hektar), 6 Mz davon hat Genaro für einen kleinen Wald genutzt, der aus Bäumen besteht, die in Nicaragua vom Aussterben bedroht sind. Genaro meint, dass „dieser Wald ein Naturschutzgebiet sein sollte, als Erbe für meine Enkelkinder“. Im Nordosten hat die Finca einen Fluss, der ganzjährig Wasser führt. Das ist für die Familie von großem Vorteil: Ihr Brunnen trocknet nicht aus.

Genaro ist aktiv in der evangelischer Kirche und hat eine wiederkehrende Sendung in einem localen Fernsehsender (Canal 49). Er studiert Theologie in El Salvador, noch in diesem Jahr schließt er sein Studium ab. „Der Abschluss meines Studiums und das Projekt „Agua es Vida“ sind die besten Lehren meines Lebens“, sagt Genaro. „Ich habe an dem Projekt teilgenommen, weil ich etwas Neues lernen wollte, ohne anfangs zu wissen, dass auch ich ein Pumpsystem bekommen kann. Das Pumpsystem hat mein Lebensweise verändert“.

Zur Zeit baut die Familie Pipian, Paprika, Tomaten und Chili an. Dazu wird sie auch eine halbe Manzana Sandias in der Trockenzeit anbauen. Genaro hat eine Tropfbewässerug, mit der er schon früher das Feld mit einem elektrischen Motor von einem halben PS bewässert hat. Nun ist es an dem solargestützten Pumpsystem angeschlossen. Früher hat Genaro dafür 160 Córdobas im Monat bezahlt.

Professor Tito hat Studenten und Studentinnen der Universität mitgebracht. Hier sieht man eine Studentin, die mit einem Vielfachmessgerät die Spannung zweier Module überprüft.

Professor Tito hat Studenten und Studentinnen der Universität mitgebracht. Hier sieht man eine Studentin, die mit einem Vielfachmessgerät die Spannung zweier Module überprüft.

Genaro hat einen 20jährigen Sohn, der zur Zeit im Instituto Nacional Tecnológico de Administración y Economía (Technologisches Nationalinstitut für Verwaltung und Wirtschaft) Landwirschaftsverwaltung studiert. Zusammen mit der Erfahrung seines Sohnes und Titos Ausbildung will Genaro seine Finca verbessern. „Durch Titos Ausbildungensreihe habe ich gelernt, wie man ökologisch anbauen kann“.

Genaro wurde von Valentino für das Projekt Agua es vida rekrutiert und hat an allen Installationen teilgenommen. Dadurch hat Genaro viel gelernt und technische Erfahrungen gesammelt, so dass die anderen Bauern ihn gemeinsam mit Valentino als „Techniker der Gruppe“ genannt haben. Genaro hat 60 Arbeitsstunden in die Installationen investiert. Die technischen Hinweise des Projektassistenten Nestor (Mitarbeiter von ENICALSA) halten die Bauern nach Aussagen von Genaro als besonders wertvoll und nützlich.

„Unser Ziel wird sein, gesunde Produkte anzubauen und zu ernten. Wir werden auch Blumen anpflanzen, um damit unsere Fincas und Häuser zu verschönern“, sagt Genaro und bedankt sich herzlich bei der Industrie- und Handelskammer, bei ENICALSA  und den Sponsoren des Projekts.

Nachtrag

Genaro zusammen mit seinem Enkel auf seiner Finca

Genaro baut auf dem 1. Feld seit Beginn der Trockenzeit Chili und Mais an. Mit Chili wird eine Paprikaart bezeichnet, die den Cayennepfeffer liefert. Die getrockneten Früchte des Chilis werden wiederum als Chillies bezeichnet. Jede Woche erntet er 35 Kisten der Frucht – das ganze Jahr über. Nach 2 Jahren gönnt er dem Feld eine Ruhepause. Auf dem 2. Feld baut er Mais und Ayote an. „Mais und Ayote“, sagt Genaro, „ergänzen sich“. Auf dem 3. Feld will er Bananen und Pipian pflanzen. Er bewässert eine Manzana. „Das Wasser versiegt nie“, meint Genaro. Der Brunnen ist 11 Meter tief und hat in der Regel eine Wassersäule von 4m. Er schätzt den Mehrertrag, den er allein durch seine Pumpe erzielt, auf 2000 bis 2500 US$ pro Jahr. Seinen Umsatz macht er aktuell durch den Verkauf der Chilifrüchte. Genaro hat schon die 300 US$ in einen Fonds zurück gezahlt, zu denen die 10 bäuerlichen Familien sich verpflichtet haben. Sie zahlen den Betrag 3 Jahre lang, so daß er sich auf 900 $ summiert.

Die Chili-Pflanzen auf der Finca von Genaro