10 Pumpen, International, Nicaragua

Juan Emiliano Castellón Tenorio

“Was sie uns hier beibringen, gefällt mir sehr – ich lerne viel dazu.“

Juan Emiliano ist Landwirt im Landkreis La Ceiba, León und 51 Jahre alt. Von Kind auf an ist er schon Landwirt und wuchs bei seinem Vater auf dem Land auf. Er hat Erfahrungen im Anbau von Baumwolle, Soja, Mais, Sesam, Gemüse und Melone.
„Ich arbeite seit 25 Jahren alleine und habe mich ganz dem Leben auf dem Bauernhof verschrieben. Auf der Finca, wo ich wohne, besitze ich zwei Manzanas (1 Manzana = 0,7 ha). Zusätzlich besitze ich sieben Manzanas und wiederun an einem anderen Ort vier Manzanas, wie du siehst, bleibt mir nicht mehr so viel Zeit. Mein Vater unterstützte mich, als ich noch klein war und sobald er mein Interesse an der Landwirtschaft bemerkte, schickt er mich nach León, um Landwirtschaft an der MIL zu studieren.“ (Instituto Manuel Ignasio Lacayo. Das MIL hat Techniker im Agrarbereich ​ausgebildet. Es existierte bis Anfang der 80 Jahre.)

„Alles was wir bis jetzt in den Versammlungen besprochen haben, ist neu für mich. Zu meiner Zeit war das anders. Die Baumwollproduktion forderte uns sehr viel ab: Einsatz von aggressiven Pestiziden, schädlich für den Boden und für uns. Im Gegensatz dazu steht das Projekt Agua es vida: Was sie uns hier beibringen, gefällt mir sehr – ich lerne viel dazu.“

„Als ich an der MIL abschloss, bin ich nach Tipitapa arbeiten gegangen. Im Gemüseanbau lernte ich viel, aber nach einer geraumen Zeit kehrte ich zu meinem Vater zurück. Das Gelernte konnte ich nun auf dem eigenen Hof anwenden.“

Auf dem Bauernhof leben seine zwei Töchter und zwei Enkel. Zwei Familien, mit insgesamt sieben Personen. Die jüngste Tochter ist 18 Jahre alt und studiert Finanzen und Buchhaltung an der Universidad de Managua. Diese Universität ist privat und es gibt sie auch in León.

Fröhliche Enkelkinder

Emiliano hat sich vorgenommen, Wassermelone, mit der er die meiste Erfahrung hat, und verschiedene Gemüsesorten in der Sommerzeit anzubauen. Dafür wird er sein Land in drei Bereiche teilen, um eine biologische Vielfalt zu gewährleisten.

„Die Pumpe hat mir schon gezeigt, dass sie genügend Druck hat. Für das, was ich säen will, liefert sie ausreichend Wasser. Da das Projekt keine Beregnungsanlage zur Verfügung stellt, werde ich per Furchenbewässerung arbeiten. Das ist nicht das Beste, aber mit der Zeit werde ich in die Micro-Sprinklerbewässerung investieren. Das Experiment bei Freddy (Valentin Martin Guido) hat mir sehr gefallen und ich werde mir dieses System zulegen.“

Emiliano investierte mehr als neuntausend Cordobas in die Vertiefung des Brunnens um 3 m. Die Vertiefung hat einen Durchmesser von ca. 20 cm, um das einwandfreie Arbeiten der Solarpumpe zu garantieren. Die Brunnentiefe beträgt 26 Meter bei einer Wassersäule von 4 Metern. Bei der Kontrolle ergab sich eine Wasserdurchflussmenge von 2,8 m3/h. Auf dem Bauernhof arbeitet die Familie Hand in Hand, stellte zusätzlich einen Arbeiter ein und der Plan Emilianos ist, noch eine Hilfskraft einzustellen.

Letzte Arbeiten am Generator. 2. von rechts: Juan Emiliano

„Ich muss mich daran gewöhnen, dass die Pumpe nicht konstant Wasser liefert. Zieht eine Wolke vorbei, sinkt der Druck. Ich denke darüber nach einen Wassertank zu installieren, um genau dies zu verhindern.“

„Wenn Clemens uns besuchen kommt, möchte ich das Micro-Sprinklersystem fertig installiert haben. Das System scheint mir bei der Bewässerung von Wassermelonen sehr effektiv, obwohl es ein bisschen mehr Wasser verbraucht als beispielsweise eine Tropfbewässerung. Die Ergebnisse werden uns darüber aufklären.“

„Ich habe die Erfahrung, dass man aus einer halben Manzana mindestens siebentausend Cordoba (ungefähr 226 €) Nettogewinn machen kann. Mit dem bis jetzt Gelernten werde ich den Hof verbessern können.“

Nachtrag

Emilianos Furchenbewässerung für seine Sandias (Wassermelonen)

Emiliano hat 370 Sandias (Wassermelonen) und 320 Pipián verdura (Kürbisart) auf eine halbe Manzana gepflanzt. Seine Pumpe liefert ihm 2,8 m³/h. Da er noch kein Tropfbewässerungssystem hat, bevorzugt er die Furchenbewässerung. Dort, wo kleine Ausbuchtungen sind (s. Foto), werden Wassermelonen wachsen. Er kann vier Ernten pro Jahr machen und jetzt rechnet er pro Ernte mit 400 US$ Gewinn. Die Familie besitzt auch 14 Rinder. Als Viehfutter benutzt Emiliano Sesam, Mais und Maisblätter.