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Agua es vida – elevación productividad y mejoría de los ingresos por riego del campo atreves de la energía solar

Un año después – una visita a los agricultores –
noticias del 09.01.2018

de Ela Brezina y Jan Kiefer.

Aproximadamente un año después de la instalación de los sistemas del riego del campo por energía solar visitamos nueve de los diez agricultores. En resumen, se pude decir, que todos los sistemas funcionan bien y que los agricultores están muy contentos. Weiterlesen

Agua es vida – Produktivitätssteigerung und Einkommensverbesserung durch solare Feldbewässerung

Ein Jahr danach – Besuch bei den Bauern –
Notizen vom 09.01.2018

von Ela Brezina und Jan Kiefer.

Etwa ein Jahr nach der Installation der solaren Feldbewässerungssysteme haben wir neun der zehn Bauern besucht. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle Systeme gut funktionieren und die Bauern sehr zufrieden sind. Weiterlesen

Dokumentation 2017 – Agua es vida VIII

Im Rahmen der Projektreihe “Agua es vida” besuchte das Oberstufenprofil Physik-Technik der Stadtteilschule Blankenese erneut León in Nicaragua. Die 19 Schülerinnen und Schüler hielten sich vom 27.08.2017 bis zum 17.09.2017 unter der Leitung von Robert Heiden dort auf. Die gemeinsame Aufgabe war es, drei neue solargestützte Pumpanlagen bei Bauern rund um León zu installieren. Die ortsansässige Firma “Enicalsa” übernahm es, diese Bauern auszusuchen. Mit dieser Firma arbeitet die Stadtteilschule Blankenese schon erfolgreich seit Beginn der Projektreihe zusammen.
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Adán de la Concepción Osorio Meléndez

„Das Projekt „Agua es vida“ sollte uns mit mehr Fortbildungen unterstützen.“

Adán de la Concepción ist Landwirt der Region La Arenera des Landkreises La Ceiba, León. Er ist 66 Jahre alt. Schon als Kind fing er an, mit seinem Vater auf dem Feld zu arbeiten. Er hat Erfahrung im Anbau von Mais, Yuca, Ayote, Pipián und Sorghum. Er lebt auf seinem Hof mit seiner Frau und drei Kindern.
„Seit ich 16 Jahre alt bin, arbeite ich selbstständig auf dem Feld. Meine ersten Erfahrungen sammelte ich im Anbau von Baumwolle. Das war eine sehr anstrengende Arbeit mit hoher Staubbelastung, sehr viel Sonne und mit einer Saat, die nach Chemikalien roch…“

„Ich habe zwei Söhne und eine Tochter mit meiner Frau Lila Mercedes Alvarez, mit der ich bereits seit 34 Jahren zusammen bin. Der Älteste, Jose Rene, ist 34 Jahre alt und noch nicht verheiratet. Er hilft mir die ganze Zeit und ist auf dem Acker mein rechter Arm. Dann kommt Maura, die 30 Jahre alt ist, schon verheiratet ist, aber noch keine Kinder hat. Jorge Alberto ist der Jüngste, 25 Jahre alt und hat eine Tochter, die 3 Jahre alt ist.“
„Wir müssen im August säen, um im November/Dezember zu ernten. In den letzten Jahren war der Winter nicht gut, da es nur ca. 2 Monate geregnet hat. Im Oktober sind die Schauer zu stark, waschen den ganzen Boden aus. Deshalb versuche ich, verbessertes Saatgut zu verwenden. Vor einem Jahr kaufte ich mir eine kleine elektrische Wasserpumpe und seitdem säe ich auch im Sommer Wassermelone. Zusätzlich kaufte ich mir einen Wassertank, der auf 4 Meter Höhe installiert ist. Ich probierte die Bewässerung mit Sprinklern und Tröpfchen, aber normalerweise bewässere ich pro Furche. Wegen der Kosten für den elektrischen Strom lasse ich die Rinder manchmal das Wasser aus dem Brunnen ziehen. Das ist jedoch sehr viel Arbeit.“

Die Pumpe wird hinabgelassen

„In den Versammlungen haben wir die Bewässerung mit Sprinklern gesehen und ich hätte nicht gedacht, dass sie mit dem Solarsystem funktionieren. Deshalb werden wir jetzt mit Sprinklern und mit Tropfbewässerungschläuchen arbeiten.“

„Das Solarsystem bewässert schon einen Teil des Mais’ und des Sorghums. Wir reden über 100 Meter Distanz bis zur Pflanze und die Furchenbewässerung funktioniert einwandfrei. Nachdem wir den Brunnen vertieft haben, ist genügend Wasser da und die Pumpe schaltet sich nicht ab. Die Wassersäule beträgt fast 6 Meter und wir pumpen den ganzen Tag Wasser.“

„Ich habe einen neuen Obstbaumbereich, der sich in der Nähe des Brunnens befindet. Zusätzlich werden wir Mais chilotero säen, um unsere Einnahmen im Sommer zu sichern.“

Die Solarkabel werden in der Verteilerdose mit dem Motorkabel verbunden

„Auf dem Bauernhof habe ich 4 Kühe und 6 Pferde. Außerdem habe ich ein Ochsengespann, mit dem ich am liebsten arbeite. Ich spare viel Geld, da das Pflügen mit einem Traktor sehr viel kostet. Mit meinen Ochsen mache ich es auf meine Weise und der Boden wird dadurch nicht so schlecht behandelt.“

„Neben der Hühnerzucht bauen wir Minze, Chiltomo und Pipian für den Eigenverbrauch und für den Verkauf an. Ein Teil meines Landes ist Wald, aus dem ich Holz beziehe und Schatten habe. Vielleicht werde ich dieses Jahr wieder mit der Leguanzucht anfangen, wie ich es früher gemacht habe. Die Zucht braucht besondere Pflege und viel Zeit. Die Idee ist, die Vereinbarung des Projektes schnellstmöglich zu erfüllen.“

Adán de la Concepción Osorio Meléndez und Lila Mercedes Alvarez

„Was mir zurzeit am meisten Sorge macht, sind die Insektenplagen. Ich habe anderthalb Manzanas Wassermelone gepflanzt und es sieht nicht gut aus. Es gibt ein Insekt, dass einen Virus in die Jungpflanze injiziert. Wenn die Pflanze nun wächst, tötet dieser Virus die Pflanze. Das ist eine neue Insektenplage, die wir nur schwer kontrollieren können.“

„Das Projekt Agua es vida sollte uns mit mehr Fortbildungen unterstützen. Gerade das Wissen um die Schädlingsbekämpfung ist jetzt besonders wichtig. Mit dem Solarsystem haben wir genügend Wasser, aber das Thema der Insektenplage ist auch wichtig. Um den Einsatz von Chemikalien zu minimieren, müssen wir mehr Zeit in Fortbildungen und technische Betreuung investieren.“

Tropfbewässerung

Nachtrag

Adán de la Concepción würde sich am liebsten sieben Tage in der Woche auf seinen Feldern aufhalten. Er baut Ayote, Mais, Pipian und Obstbäume auf 1,5 Manzanas (1,05 ha) an. Im Dezember hat er fast eine komplette Wassermelonenernte durch ein Insekt, dass einen Virus in die Jungpflanze injiziert, verloren. Seitdem züchtet er eine Wespenart, die die schädlichen Insekten vor der Eiablage fressen. Wasser hat er genug, sagt er. Adán würde gerne noch mehr Felder bewässern. Er schätzt seine Einnahmen, die ihm die Solarpumpe bringt, auf 1000 US$ pro Jahr.

Ramona Elizabeth Ruíz Arauz

„Mit dem neuen Pumpsystem arbeitet Antonio fast den ganzen Tag und hört einfach nicht auf“, erzählt Elizabeth uns lächelnd.

Elizabeth ist Landwirtin in der Gemeinde La Arenera von La Ceiba, León. Sie ist 41 Jahre alt und besitzt zweieinhalb Manzanas fruchtbares Land (1 Manzana = 0,7 ha). Neben der Tätigkeit auf ihrer Finca arbeitet sie bei der Firma Yazaki (diese ist in einer Freihandelszone in der Umgebung von León, mehr als 3500 Arbeiter), in der sie schon zehn Jahre arbeitet. „Es gibt drei Schichten, zum Beispiel beginne ich zurzeit um 14:30 Uhr und beende die Arbeit um 22:25 Uhr. Mein Schwiegersohn nimmt mich auf seinem Motorrad mit nach Hause, da er auch dort arbeitet,“ berichtet sie uns.

Sie hat drei Töchter und einen Sohn, Oferman, der der Zweitjüngste und Abiturient ist. „Zwei Töchter und der Sohn sind schon verheiratet und ich haben vier Enkelkinder.“ Elizabeth selbst wohnt und lebt gemeinsam mit ihrem Mann Antonio und ihrer Tochter Alison auf der Finca. Das Mädchen ist 11 Jahre alt und geht in die fünfte Klasse der Grundschule. „Nächstes Jahr beendet sie die Grundschule und hat große Pläne. Sie will an der UNAN in Managua Ernährungswissenschaften – wie ihre Cousine Grethel – studieren. Wir unterstützen sie und dieses Projekt hilft uns dabei so sehr, das könnt Ihr Euch kaum vorstellen“ erklärt uns Elizabeth, während ihr eine Freudenträne über die Wange kullert.

Ihr Ehemann Antonio übernimmt die Arbeiten auf dem Feld. „Der Mann ist sehr aktiv und jetzt mit dem neuen System kommt er und geht er. Er arbeitet fast den ganzen Tag und hört einfach nicht auf“, erzählt sie uns lächelnd. „Zusätzlich hilft er noch Osmar Ruiz auf seinem Hof, da Osmar in Managua arbeitet.“

Früher säten sie nur im August eine Mais- und eine Weizenernte, deren Zyklus drei Monate beträgt. „Mit dem neuen System werden wir jetzt im Sommer säen können. Wir möchten Pipian, Maiz chilotero und Kochbananen, von denen wir schon 100 kleine schöne Stauden haben, pflanzen.“

Der Brunnen des Bauernhofes ist 24,5 Meter tief und hat eine Wassersäule von 2,16 Metern. ENICALSA hat ein solares Pumpensystem mit einer Leistung von 760 Watt installiert. Elizabeth erzählt: „Das System ist sehr leicht zu bedienen, ich drehe nur an einem Schalter und schon habe ich Wasser. Da es sehr viel geregnet hat, benutzen wir das System zurzeit nicht, um die Pflanzen zu bewässern, sondern für den täglichen Verbrauch im Haushalt.“

„Nach dem Sonnenaufgang haben wir Wasser und am Nachmittag schaltet das System sich von selbst ab. Am Mittag haben wir am meisten Wasser, da es mit mehr Sonnenkraft gepumpt wird.“

Nachbarschaftshilfe unter „Solar“bauern; v. links: Rolando, Valentin und Antonio

„Wir werden sehen, wie wir Oferman unterstützen, damit er weiter studieren kann. Ich konnte die sechste Klasse der Grundschule nicht beenden und deshalb möchte ich, dass es ihm anders ergeht. Oferman hat es gefallen, an der Installation der Solarmodule teilzunehmen. Er wird sich anstrengen, seinen Vater auf dem Hof zu unterstützen, um dann später vielleicht Landwirtschaft zu studieren.“

„Mit diesem System werden wir vieles verbessern. Zuerst Gott, dann der IHK und ENICALSA möchte ich für diese Pumpe danken, die wir nicht vernachlässigen werden und die uns helfen wird voranzuschreiten.“

Neben dem Getreide und Gemüse besitzt die Familie noch Hasen, Schweine, Truthähne und Hühner. Sie verfügen über Obstbäume und bereiten sich jetzt auf die ersten Erfahrungen mit der Sommersaat vor. Der Acker ist schon für die Saat von Mais und für die Pflanzung von Chilote, Pipián und Chiltomo bestellt. Sie sind Nachbarn des Landwirtes Osmar Ruiz, der auch ein Pumpensystem des Projektes „Agua es vida“ hat.

Links: Ofermann; in der Mitte: Manuelito de Jesus Giron Lopez; Rechts: Antonio

Nachtrag

Die Stauden der Kochbananen, die Ramona Elizabeth gepflanzt hat

Am 15.12.2016 sprach Ramona Elizabeth von „100 kleinen schönen Stauden“, die sie pflanzen möchte. Wir sehen am 10.02.2017 die Kochbananen, die sich prächtig entwickelt haben. Zusätzlich baut die Familie hochwertiges Gemüse an, wie Paprika, Chilote, Pipián und diverse Kräuter. Ofermann – Elizabeths Sohn – liebt es, mit den Kräutern zu experimentieren. Er wohnt auch auf der Finca, abseits in einem kleinen Haus. Was er studieren möchte? Er weiß es noch nicht – aber er liebäuglelt mit der Landwirtschaft. Antonio und Ofermann wollen die Feldbewässerung ausdehnen. Sie haben genug Wasser, es reicht auch für den Nachbarn. Sie schätzen, dass ihnen die Solarpumpe 600 bis 800 US$ pro Jahr einbringt – sie lassen bei dieser Schätzung Vorsicht walten, da sie noch nie mit so einem System gearbeitet haben.

Osmar Andrés Ruiz Arauz

„Früher bauten wir nur im August an und ernteten im Dezember. Man verdient so zwar, aber nicht genug. Jetzt mit dem neuen Pumpsystem werden wir auch im Sommer produzieren können.“

Osmar Andrés ist ein Landwirt der Gemeinde La Arenera, La Ceiba, León. Er ist 33 Jahre alt und besitzt eine Finca, die 4,5 Manzanas (1 Manzana = 0,7 ha) umfasst und auf der er schon seit sechs Jahren mit seinen beiden Geschwistern arbeitet. Es leben dort sechs Personen, zwei davon sind seine Neffen, die 4 Jahre und 2 Jahre alt sind. Die Geschwister haben Erfahrungen in dem Anbau von Sesam, Mais, Weizen und Obstbäumen – vor allem Orangen und Limetten.

„Ich habe mein Abitur hier in der Gemeinde abgeschlossen, bin aber danach nach Managua gegangen, um Arbeit zu finden. Da ich schon verheiratet war, musste ich früh einen Weg finden, um meine Familie zu ernähren. Ich habe zwei Söhne. Der eine ist 12 Jahre alt und hat schon sein erstes Jahr im Gymnasium abgeschlossen. Mein zweiter Sohn ist erst 4 Jahre alt, geht jedoch schon in die Vorschule. Mein älterer Sohn lernt Englisch und möchte nach dem Abitur Englisch an der Universität studieren. Zur Zeit leben wir in Managua, aber ich möchte dem Bauernhof in Zukunft mehr Zeit widmen.“

Valentin und Osmar beim Verschrauben eines T-Adapters

Derzeit arbeitet Osmar in Managua als Oberkellner in einer Diskothek. „Es ist eine schöne Arbeit, jedoch sehr ermüdend. Meine Schicht ist immer nachts von 18:00 Uhr bis 5:00 Uhr morgens.“, erzählt er uns mit einem müden Gesicht. „Das ist die Arbeit, mit der ich aktuell meine Familie ernähren kann. Der Bauernhof hat mir aber gezeigt, dass ich dort mehr machen kann. Das Auto, das ich habe, um von León nach Managua zu fahren, konnte ich durch drei Jahre Arbeit auf dem Bauernhof finanzieren.“

„Mit den Fortbildungen und dem Pumpensystem, das uns das Projekt Agua es Vida zur Verfügung gestellt hat, ändern sich die Umstände. Ich habe mich mit meinen Geschwistern geeinigt, den Bauernhof durch harte Arbeit zu verbessern. Mein Ziel ist es, die Arbeit in Managua zu kündigen und meine komplette Zeit dem Bauernhof und auch mehr meiner Familie zu widmen.“

„Ich werde auf ein Bewässerungssystem sparen. Früher bauten wir nur im August an und ernteten im Dezember. Man verdient so zwar, aber nicht genug. Jetzt mit dem neuen Pumpsystem werden wir auch im Sommer produzieren können. Ich brauche ein Bewässerungssystem, um die Produktion zu vervielfachen. Wir werden jeden Platz des Landes ausnutzen. Ich habe Obstbäume, Pipian und ich werde Ayote, Mais und Wassermelone anbauen.“

„Ich habe die Äste eines Nimbaumes, die die Module verschattet haben, entfernt. So kann das System mehr als sechs Stunden am Tag arbeiten. Wir haben es im Winter getestet und im Sommer wird es noch besser arbeiten, da wir in dieser Zeit am meisten Sonne haben.“

von links: Oferman (Sohn von Elizabet und Antonio), Osmar, Valentin (mit gelbem Helm) und Heliodoro beim Auspacken der Pumpe

Osmar erhielt ein System mit 950 Watt Solargeneratorleistung. Die höhere Leistung lässt sich auf die Tiefe des Brunnens zurückführen. Mit 29 Meter Tiefe und einer Wassersäule von 2,4 Metern zählt der Brunnen zu den tiefsten Brunnen der Landwirte des Projektes. Der Testversuch ergab eine Durchflussmenge von 2,8 m3/h.

„Ich denke, dass in drei Jahren, wenn wir den Eigenbetrag am Projekt bezahlt haben, mein Bauernhof um einiges schöner sein wird und Obstbäume, Gemüse, Hühner, einen Garten und ein gutes Bewässerungssystem haben wird. Die Produktion wird mit weniger Chemikalien stattfinden. Das sind die Ziele und mit Hilfe der anderen Landwirte werden wir es schaffen. Das wird uns ein besseres Einkommen sichern und unser Wohlbefinden auf dem Bauernhof steigern.“

„Es kostet jedes Mal eine Kraftanstrengung, morgens um sechs Uhr aus Managua zu kommen. Es bleiben mir nur 2 Stunden, um zu schlafen. Ich muss danach an den Fortbildungen und Systeminstallationen teilnehmen. Um 1 Uhr nachmittags schlafe ich noch ein bisschen und dann fahre ich um 4 Uhr wieder zur Arbeit nach Managua. Aber es lohnt sich, an dem Projekt teilzunehmen. Ich danke Gott für alle die, die das Projekt möglich gemacht haben. Sie können sich sicher sein, dass wir unseren Teil erfüllen werden.“

So verabschiedet sich Osmar, bevor er in sein rotes Auto steigt, um nach einem Tag voller Arbeit und Versammlungen mit den anderen Landwirten des Projektes Agua es vida zur nächsten Arbeit in die Diskothek nach Managua zu fahren.

Die Finca von Osmar Andrés

Juan Emiliano Castellón Tenorio

“Was sie uns hier beibringen, gefällt mir sehr – ich lerne viel dazu.“

Juan Emiliano ist Landwirt im Landkreis La Ceiba, León und 51 Jahre alt. Von Kind auf an ist er schon Landwirt und wuchs bei seinem Vater auf dem Land auf. Er hat Erfahrungen im Anbau von Baumwolle, Soja, Mais, Sesam, Gemüse und Melone.
„Ich arbeite seit 25 Jahren alleine und habe mich ganz dem Leben auf dem Bauernhof verschrieben. Auf der Finca, wo ich wohne, besitze ich zwei Manzanas (1 Manzana = 0,7 ha). Zusätzlich besitze ich sieben Manzanas und wiederun an einem anderen Ort vier Manzanas, wie du siehst, bleibt mir nicht mehr so viel Zeit. Mein Vater unterstützte mich, als ich noch klein war und sobald er mein Interesse an der Landwirtschaft bemerkte, schickt er mich nach León, um Landwirtschaft an der MIL zu studieren.“ (Instituto Manuel Ignasio Lacayo. Das MIL hat Techniker im Agrarbereich ​ausgebildet. Es existierte bis Anfang der 80 Jahre.)

„Alles was wir bis jetzt in den Versammlungen besprochen haben, ist neu für mich. Zu meiner Zeit war das anders. Die Baumwollproduktion forderte uns sehr viel ab: Einsatz von aggressiven Pestiziden, schädlich für den Boden und für uns. Im Gegensatz dazu steht das Projekt Agua es vida: Was sie uns hier beibringen, gefällt mir sehr – ich lerne viel dazu.“

„Als ich an der MIL abschloss, bin ich nach Tipitapa arbeiten gegangen. Im Gemüseanbau lernte ich viel, aber nach einer geraumen Zeit kehrte ich zu meinem Vater zurück. Das Gelernte konnte ich nun auf dem eigenen Hof anwenden.“

Auf dem Bauernhof leben seine zwei Töchter und zwei Enkel. Zwei Familien, mit insgesamt sieben Personen. Die jüngste Tochter ist 18 Jahre alt und studiert Finanzen und Buchhaltung an der Universidad de Managua. Diese Universität ist privat und es gibt sie auch in León.

Fröhliche Enkelkinder

Emiliano hat sich vorgenommen, Wassermelone, mit der er die meiste Erfahrung hat, und verschiedene Gemüsesorten in der Sommerzeit anzubauen. Dafür wird er sein Land in drei Bereiche teilen, um eine biologische Vielfalt zu gewährleisten.

„Die Pumpe hat mir schon gezeigt, dass sie genügend Druck hat. Für das, was ich säen will, liefert sie ausreichend Wasser. Da das Projekt keine Beregnungsanlage zur Verfügung stellt, werde ich per Furchenbewässerung arbeiten. Das ist nicht das Beste, aber mit der Zeit werde ich in die Micro-Sprinklerbewässerung investieren. Das Experiment bei Freddy (Valentin Martin Guido) hat mir sehr gefallen und ich werde mir dieses System zulegen.“

Emiliano investierte mehr als neuntausend Cordobas in die Vertiefung des Brunnens um 3 m. Die Vertiefung hat einen Durchmesser von ca. 20 cm, um das einwandfreie Arbeiten der Solarpumpe zu garantieren. Die Brunnentiefe beträgt 26 Meter bei einer Wassersäule von 4 Metern. Bei der Kontrolle ergab sich eine Wasserdurchflussmenge von 2,8 m3/h. Auf dem Bauernhof arbeitet die Familie Hand in Hand, stellte zusätzlich einen Arbeiter ein und der Plan Emilianos ist, noch eine Hilfskraft einzustellen.

Letzte Arbeiten am Generator. 2. von rechts: Juan Emiliano

„Ich muss mich daran gewöhnen, dass die Pumpe nicht konstant Wasser liefert. Zieht eine Wolke vorbei, sinkt der Druck. Ich denke darüber nach einen Wassertank zu installieren, um genau dies zu verhindern.“

„Wenn Clemens uns besuchen kommt, möchte ich das Micro-Sprinklersystem fertig installiert haben. Das System scheint mir bei der Bewässerung von Wassermelonen sehr effektiv, obwohl es ein bisschen mehr Wasser verbraucht als beispielsweise eine Tropfbewässerung. Die Ergebnisse werden uns darüber aufklären.“

„Ich habe die Erfahrung, dass man aus einer halben Manzana mindestens siebentausend Cordoba (ungefähr 226 €) Nettogewinn machen kann. Mit dem bis jetzt Gelernten werde ich den Hof verbessern können.“

Nachtrag

Emilianos Furchenbewässerung für seine Sandias (Wassermelonen)

Emiliano hat 370 Sandias (Wassermelonen) und 320 Pipián verdura (Kürbisart) auf eine halbe Manzana gepflanzt. Seine Pumpe liefert ihm 2,8 m³/h. Da er noch kein Tropfbewässerungssystem hat, bevorzugt er die Furchenbewässerung. Dort, wo kleine Ausbuchtungen sind (s. Foto), werden Wassermelonen wachsen. Er kann vier Ernten pro Jahr machen und jetzt rechnet er pro Ernte mit 400 US$ Gewinn. Die Familie besitzt auch 14 Rinder. Als Viehfutter benutzt Emiliano Sesam, Mais und Maisblätter.

José Heliodoro Reyes Silva

„Ich bin froh, dass es durch das Projekt Agua es Vida mehr Bauern gibt, die ökologisch anbauen und dadurch die Umwelt schonen.“

Heliodoro wohnt mit seiner Familie in der Gemeinde La Ceiba. Er ist 51 Jahre alt. Heliodoro ist Besitzer einer Finca von acht Manzanas (1 Manzana = 0,7 ha). Sein Brunnen ist 8 m tief, mit einer Wassersäule von 4 m. Das ist der Brunnen mit der niedrigsten Brunnentiefe aller 10 Bauern.

Das Pumpensystem hat eine Solarleistung von 4 x 190 W = 760 W. Nach der Installation im Oktober ist eine Wasserdurchflussmenge von 3,2 m3/h gemessen worden. Das Pumpensystem von Heliodoro födert das meiste Wasser. Heliodoro leitet die Gruppe der 10 Bauern: Productore Agroecológicos (Öko-Bauern-Gruppe) nennt sich die Bauerngruppe jetzt.

„Schon als Kind – ich war sieben Jahre alt – habe ich an der Baumwollernte teilgenommen“ sagt Heliodoro. Als Heliodoro Jugendlicher war, hat er Landwirtschaftsmechanik gelernt und mit der Viehzucht begonnen.

Heliodoro hat auch als Jugendlicher an dem Kampf gegen die Somoza-Diktatur teilgenommen, ist also ein „alter“ Sandinist. Bis jetzt hat er 30 Jahre Erfahrung als Bauer. Er baut Mais, Soya und Gemüse an und kann mit Obstbäumen umgehen.

Heliodoro (rechts) und Professor Tito (links), der Leiter des Ausbildungsprogramms

„Tito kenne ich durch die ATC (Asociación de Trabajadores del Campo, Gewerkschaft der Landarbeiter) und erst durch Tito konnte ich mit der Agrarökologie beginnen, vorher kannte ich das Thema Agrarökologie nicht! So arbeite ich seit drei Jahren mit Tito und Maria José zusammen. Maria José ist auch ein Mitglied der ATC. Sie unterstützt das Projekt Agua es vida mit weiteren Ausbidungsprogrammen sowie Tropfbewässerungsschläuchen,“ berichtet Heliodoro.

Heliodoro glaubt ganz gewiss, dass die meisten Krankheiten im Westen Nicaraguas mit der intensiven Anwendung von giftigen Pestiziden – vor allem während des Anbaus von Baumwolle – zu tun haben, „daher wollen wir die Methoden, die durch das Projekt Agua es Vida vermittelt werden, anwenden“, sagt Heliodoro. „Wir verwenden nun organische Abfälle und gewinnen damit organischen Dünger. So erreichen wir gesunde Ernten und ein gesundes Leben“.

Heliodoro beim Interview mit 2 deutschen Weltwärts-Praktikanten, Marlene und Andreas

„Ich bin froh, dass es durch das Projekt Agua es Vida mehr Bauern gibt, die ökologisch anbauen und dadurch die Umwelt schonen“, stellt Heliodoro fest, und „ich finde es wichtig, dass unser Projekt Agua es Vida durch Tito, die IHK und Enicalsa begleitet wird, damit man später nicht nur die Nachhaltigkeit, sondern auch die Folgen des Projekts messen kann, d.h., wie erfolgreich im ökonomischen Sinn die Bauern geworden sind.“

Heliodoro ist überzeugt, dass sich die Wirtschaftssituation der zehn Bauern entscheidend für die kommenden Jahren verbessern wird, in etwa so, wie es bei Juan de Dios schon geschehen ist.

Und er sagt auch: „Mir hat auch die Installation der Pumpsysteme gefallen. Ich finde gut, dass die solarbetriebene Pumpe recht einfach zu handhaben ist. Eigentlich muss man das System nicht mehr anfassen: sobald die Sonne scheint, geht es an; sobald die Sonne untergeht, geht es aus!“

Heliodoro mit Frau und Söhnen

Nachtrag

Das Bewässerungssystem vom Heliodoro

Heliodoro pumpt täglich von 07:00 Uhr bis 16.30 Uhr. Dabei gewinnt er pro Tag 32 m³ Wasser aus seinem nur 8m tiefen Brunnen; genug, den Nachbar mit zu versorgen. Heliodoro betreibt ein Tropfsystem, ein Schlauch ist 90m lang, 12 Schläuche liegen parallel. Das ergibt 2880 Tropfstellen (wir haben gemessen: am Ende der Schläuche ist die Tropfrate unwesentlich niedriger als am Anfang der Schläuche). Er baut Sandias und Pipian an, zusätzlich wachsen noch Papayas auf seinem Feld. Seine Söhne unterstützen ihn, wenn sie nicht zur Schule müssen.

Papayas auf der Finca von Heliodoro

Gladis vor ihrem fertigen Brunnen

Gladis Rugama

„Ich glaube, ich bin in der Lage, ein Pumpensystem allein zu installieren….“ (Francisco, Bruder von Gladis)

Gladis Rugama ist eine 23-jährige Bäuerin. Sie hat eine Finca mit 3 Manzanas (1 Manzana = 0,7 ha) und einen 25 m tiefen Brunnen mit 2,5 m Wassersäule. Der Brunnen hatte am Anfang nur eine 0,5 m Wassersäule, daher war es notwendig, den Brunnen um 2 m zu vertiefen.

Galdis bewohnt die Finca gemeinsam mit ihrem Mann Elvin, der 6-jährigen Tochter, dem Bruder Francisco und ihren Eltern. Gladis ist Lehrerin, während hauptsächlich Elvin und Francisco die Finca bearbeiten. Francisco hat darüber hinaus an der Installation der 10 Pumpsysteme teilgenommen. „Mein Bruder Francisco, war nicht nur aktiv bei der Installation meines Systems beteiligt,“ sagt Gladis, „sondern auch bei den Instaltationen aller anderen Bauern. Francisco war jeden Tag früh unterwegs und hat den anderen Bauern geholfen. Er hat viel gelernt, er könnte eines der Systeme später warten oder reparieren – falls das notwendig sein sollte“. Francisco meint dazu: „Ich glaube, ich bin in der Lage, ein Pumpensystem allein zu installieren, ich würde wahrscheinlich nur die Unterstützung der Techniker von Enicalsa im elektrischen Bereich brauchen. Das Projekt Agua es Vida war für mich wie eine Schule.“

Nachbarschaftshilfe: Genaro hat die Pumpe in der Hand; Valentino trägt den gelben Helm; Antonio Valle, der Mann von Elzabeth, ist bekleidet mit einem schwarzen Hemd und der mit dem weißen Hemd ist José Francisco Rugama, der Vater von Gladis.

Nachbarschaftshilfe: Genaro hat die Pumpe in der Hand; Valentino trägt den gelben Helm; Antonio Valle, der Mann von Elzabeth, ist bekleidet mit einem schwarzen Hemd und der mit dem weißen Hemd ist José Francisco Rugama, der Vater von Gladis.

Die ganze Familie nimmt an der Arbeit auf der Finca teil, wobei Gladis nur an den Wochenenden Zeit für die Finca findet, auf der es Kühe, Schafe und Schweine gibt. Die Familie baut neben Gemïuse auch Mais sowie Sorghum an. Sorghum ist eine Getreideart und bildet eine Nahrungsgrundlage für Menschen in den ariden Gebieten unserer Erde.

Auf einer Anbaufläche von 20 m x 65 m wird Paprika, Pipian, Tomaten, Papaya, Bohnen und Marango (dient als Frischfutter für Rinder) angebaut. Dabei spielt die Beregnungsanlage eine grosse Rolle. Die Beregnungsanlage wird direkt an den Wasserschlauch angeschlossen. „Mit diese Methode haben wir bis jetzt gute Erfahrung gemacht,“ sagt Francisco, „wir können die ausgewählte Anbaufläche ausreichend bewässern. Wir sind der Meinung, dass wir damit noch 0,75 Manzana bewässern könnten, wir wollen das in der Trochenzeit erproben“.

Die Beregnungsanlage in Aktion

Die Beregnungsanlage in Aktion

Francisco mit dem Beregnungssystem

Francisco mit dem Beregnungssystem

Nachtrag

Pro Tag brauchen die Runder von Gladis rund 7m³ Wasser

Gladis baut Paprika, Mais, Tomaten, Pipian und Papaya an. Sie erfährt durch ihren Bruder Francisco großartige Unterstützung. Francisco liebt das bäuerliche Leben und hat sich die Pumpe ganz zu eigen gemacht. Er experimentiert gern und das Projekt „Agua es vida“ nennt er „seine Schule“. Auf der Finca leben 95 Rinder, davon sind 28 noch Kälber. Francisco fährt Tag für Tag nach Leon und verkauft dort ca. 100 Liter Milch. Pro Liter bekommt er 15 Cordoba, das sind etwa 0,45 €. Die Rinder saufen pro Tag rund 7m³ Wasser, da bleibt noch genug für die Pflanzen übrig, die auf 0,75 Manzana wachsen.

Pipian auf der Finca von Gladis